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Die Zweibrücker Presse von Dingler
(Zweibrücker Industriekultur, Klaus Meissner, Januar 2026)
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Die Suche nach einem verbesserten Mechanismus zur Krafterzeugung führt Dingler zur Medhurst Presse, einer sogenannten Torsions-Kniehebel-Presse.
Dingler entwickelt daraus eine Presse mit einem verdoppelten Mechanismus, in dem er den Mechanismus in der Ebene der Anlenkpunkte der Torsionsstäbe „spiegelt“ (s. Bild). Er nennt diesen neuen Typ „Zweibrücker Presse“ und bietet sie parallel zur Hagar Presse (und später auch Dingler Presse) an.
Alle drei Typen verwenden gleiche oder sehr ähnliche Bauteile für Rahmen und Karrenbahn, lediglich der Mechanismus variiert und der Oberbalken hat im Bereich des Mechanismus (Unterseite mittig) unterschiedliche Formen.
Ob Dingler als Vorläufer der Zweibrücker Presse eine Medhurst Presse gebaut hat ist nicht bekannt. Der Typograph und Drucker Giovanni Mardersteig bezeichnet seine Medhurst Presse eigenartigerweise als Dingler Presse. Allerdings passt der Rahmen (Oberbalken, Seitenwände) is seiner Ausführung nicht zu den typischen Formen bei Dingler.
Ein Exemplar einer Zweibrücker Presse mit diesem doppelten Mechanismus (Baunummer 148) ist im Zweibrücker Stadtmuseum erhalten. Die Zweibrücker Presse bringt Dingler auf den Markt just als seine Wettbewerber beginnen die erfolgreiche Hagar Presse nachzubauen.
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